Struggling for the Soul of a Nation

Eine Nation ringt um ihr eigenes Selbstbild

Mit jedem weiteren Schritt sank ich tiefer in den dunkelbraunen Ackerboden ein, dessen regelmäßiges Muster aus frisch gepflügten Ackerfurchen von wirr verstreuten plattgewalzten Panzerspuren unterbrochen war. Lachen und aufgeregtes Jauchzen erfüllte die frische Septemberluft während wir Kinder über das Feld stolperten, um die amerikanischen Soldaten zu begrüßen, die um unsere kleine Stadt das jährliche Herbstmanöver durchführten.

Für uns Zehnjährige war es eine wunderbare und willkommene Unterbrechung des Herbsteinerleis. Die amerikanischen Soldaten hatten stets allerlei Leckereien dabei, die sie uns schenkten. Noch heute erinnere ich mich an die Freude, das Lachen und die Bewunderung, die wir diesen Männern und Frauen entgegenbrachten. Wir als zweite Generation nach dem Krieg waren in dem Bewusstsein erzogen worden, dass die USA uns als Besatzungsmacht Demokratie und Fortschritt gebracht hatte. Daher waren für uns dessen Kultur und Gepflogenheiten von großem Vorbildcharakter.

Wenn ich erschöpft von diesen Herbstausflügen mit meiner Beute und Schuhen, die mit schweren Erdklumpen übersät waren, nach Hause kam, achtete ich stets darauf, dass ich sie reinigte. Denn jegliche Aufregung meines amerikanischen Ziehvaters musste aufgrund dessen schwerer Erkrankung durch seinen Militäreinsatz in Vietnam musste unbedingt vermieden werden. Von Kindesbeinen an war ich nicht nur aufgrund der engen Verzahnung des süddeutschen Raumes mit dessen Besatzungsmacht, sondern meines amerikanischen Vaters im Bewusstsein einer tiefen Wertschätzung für die Vereinigten Staaten von Amerika erzogen worden. Die USA schenkten Deutschland nach dessen Fall unter Hitler Demokratie, Fortschritt und Wohlstand. Immer wieder betonte mein Vater als US-Veteran, was viele andere ebenso unterstreichen: “The Greatest Nation on Earth”.

Jahrzehnte später lebe ich nun seit sechs Jahren in den USA. Als Pfarrerin einer deutschsprachigen Gemeinde in New York habe ich die schwerste Dienstzeit seit meiner Berufung in das Pfarramt erlebt: die Pandemie, dessen gesundheitliche und ökonomische Auswirkungen erschüttern diese große Nation wie noch nie in diesem Ausmaß da gewesen war. Doch ein weiteres Beben erfasst das Land mit wachsender Intensität, das mit der pandemischen Krise verwoben ist. Denn die Ungleichheit von Chancen und ein ungerechtes soziales System basierend auf Hautfarbe und Herkunft werden hierdurch schonungslos aufgedeckt. So werden zum Beispiel Menschen mit schwarzer oder brauner Hautfarbe, solche von lateinamerikanischer Herkunft und auch solche indigener Herkunft werden fünf mal öfter aufgrund einer COVID-Erkrankung in ein Krankenhaus eingeliefert. Dies liegt daran, dass diese zumeist keinen Arbeitsplatz haben, der ein Homeoffice ermöglicht. Sie sind überproportional häufig als sogenannte “Frontline Workers” tätig – als Kassierer, Pflegekräfte, Busfahrer und so viele mehr. Dies ist nur ein Ausdruck von vielen, die ein zugrundeliegendes rassistisches System offenlegt, das Personen mit dunkler Hautfarbe in Bildung, Ökonomie und Gesundheitsversorgung benachteiligt.

Während viele Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen und Politologen dieses Thema vielfach beleuchten, scheint für mich als Theologin die zugrundeliegende Thematik tiefer zu gehen. Die USA ist trotz der zunehmenden Gruppe der Konfessionslosen und der voranschreitenden Säkularisierung ein zutiefst religiöses Land, das in seinem Ringen um das eigene Selbstbild mit dem grundsätzlichen Glaubensgrundsatz des Imago Dei, also der Gottebenbildlichkeit allen menschlichen Lebens ringt.

Spürbar wird dies durch den immer deutlicher zutage tretenden Rassismus, auf dessen Existenz nicht nur systemisch hingewiesen, sondern auch zunehmend zu einem Thema der bevorstehenden Wahl des Präsidenten wird. Jim Wallis wies darauf hin, dass diese Wahl ein Test für Demokratie und Glauben sein würde.

Während in Übersee um das Selbstverständnis der USA gerungen wird, bin ich mir als eine Person, die auf deutsch-amerikanischem Horizont aufgewachsen und beruflich verflochten bin, der Auswirkungen dieses Ringens bewusst: Hier geht es um mehr als “nur” um ein Land. Da Amerika vielfach als die führende Nation der Welt gesehen wird, überträgt sich dieses Ringen auf andere Länder und deren gesellschaftliche Systeme. Sehen wir unseren Nächsten als ein Ebenbild Gottes, wie dies im Buch Genesis 1,26a (1) bezeugt ist? Räumen wir anderen dieselben Chancen, Lebensbedingungen und Bildungsmöglichkeiten ein, auch wenn sie sich von uns aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft oder ihres Glaubens von uns unterscheiden?

Was gäbe ich dafür, noch einmal die Sicherheit von damals zu verspüren… Während ich dies schreibe, schließe ich meine Augen und hole tief Luft. Aufgrund meiner Erinnerung hat sie einen erdigen Geruch, der nach frischen Septembertagen, Ausflügen auf durchpflügten Ackerfeldern und der Zuversicht geborgen in einer geschenkten Demokratie und Chancengleichheit zu sein, riecht.

Blogeintrag “Struggling for the Soul of a Nation” als Podcast

(1) “Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn”

Wenn nun das Salz nicht mehr salzt…

Der Frühstückstisch war reich gedeckt. Feiertage, an denen wir als Pfarrfamilie gemeinsam ausgiebig frühstücken können, sind selten und umso wertvoller, denn neben dem für Pfarrer*innen üblichen sonntäglichen Dienst haben Auslandspfarrer*innen selten einen Sonntag außerhalb der Urlaubszeit frei.

Ein fröhliches Gespräch rund um die beginnende Schule, das Einsetzen eines von der Pandemie geprägten neuartigen Alltages, aber auch so manchem vorsichtigen Fragen entspann sich zwischen Bacon, Semmeln, Frühstücksei und Co. Mein Blick blieb am kleinen Salzstreuer hängen, der wie immer bereit stand. “Ihr seid das Salz der Erde” – war dort in weißen Lettern auf blauem Hintergrund aufgedruckt. Vor vielen Jahren hatte ich mit diesen Salzstreuern des Amt für Gemeindedienstes in meiner damaligen Gemeinde in Bayern einen Gottesdienst gestaltet. Das Lachen meiner Familie verschwand in einer Gedankenwolke, die mich immer weiter in die biblische Worte Jesu hineinzog:

Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt , womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.

Matthäus 5,13

Salz spielt in der Menschheitsgeschichte eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt war es über Jahrhunderte hinweg wertvoller als Gold. Heute ist Salz unser wichtigstes Würzmittel und für unseren Körper von großer Wichtigkeit.
Das sogenannte Kochsalz ist ein wichtiger Mineralstoff für unseren Körper, das den Wasserhaushalt, die Gewebespannung und die Grundlage für die Arbeit von Nerven und Muskeln ist. Es spielt sogar als Mineralstoff eine wichtige Rolle beim Knochenbau und bei der Verdauung. Kurz gesagt: Salz ist elementar wichtig für unseren Körper. Jeder Mensch braucht diesen Mineralstoff in Maßen, um nicht zu erkranken.

Zur Zeit Mahatma Gandhis war Salz nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor der damaligen britischen Kolonie, sondern elementar wichtig zur Zubereitung des Reis als Grundnahrungsmittel und ebenso notwendig, um den täglichen Elektrolytverlust auszugleichen, der durch das heiße Klima evoziert wurde.

In einem 24-tägigen Salzmarsch zog Gandhi mit 78 seiner Anhänger im März 1930 von seinem Wohnort über 385 Kilometer nach Dandi am Arabischen Meer. Dort hob er als Symbolhandlung einige Körner Salz auf, um damit gegen das britische Salzmonopol zu demonstrieren. Tausende von Anhängern folgten seiner Zeichenhandlung. Weil aber jede Form der Salzgewinnung, des Salztransports und des Salzhandels per Gesetz nur den Briten vorbehalten war, wurden an die 50.000 Inder in der Folge verhaftet. Die Gefängnisse wurden mit Insassen überflutet. Letztendlich führte dieser friedliche, zivile Ungehorsam zur Unabhängigkeit Indiens.

Jahrzehnte später hatte die gewaltfreie Philosophie Gandhis den jungen Theologen Martin Luther King Jr. während seines Studiums zutiefst beeindruckt. Die Vorlegung Mordecai Johnsons, des damaligen Präsidenten der Howard University, zu Ghandis Leben, seiner Sozialethik und dem Konzept des “Satyagraha” (1) hinterließen tiefe Spuren in King, die er im christlichen Glauben Jesu Christi wiederfand und zum Grundkonzept seines politischen Handelns machte. Dabei war ihm eine Verbindung von Wort und Tat des Einzelnen durch Gewaltfreiheit wichtig. Beides, das Geschenk des Glaubens und die daraus resultierende, gewaltfreie und dem anderen zugewandte Handlung des Einzelnen stellte das Zentrum der Berufung des Glaubenden da. Dabei war es ihm wichtig, Unrecht zu benennen und die Verantwortlichen zur Verantwortung zur rufen. Nicht umsonst hatte er in einer Ansprache bei der Jahresversammlung der “Fellowship of the Concerned” im November 1961 darauf hingewiesen, dass alles, was Hitler damals in Deutschland vorgenommen hatte, legal gewesen sei:

It was illegal to aid and comfort a Jew, in the days of Hitler´s Germany. But I believe that if I had the same attitude then as I have now, I would publicly aid and comfort my Jewish brothers in Germany if Hitler were alive today calling this an illegal process.

Martin Luther King Jr.: A Testament of Hope – The Essential Writings and Speeches, New York 1986, S. 50.
(Übersetzung: Siehe Anmerkung 2)

Es ist eine schmerzhafte und umso wichtigere Mahnung, dass im Nationalsozialismus viele Vorgehensweisen, Gesetzgebung und Handlungen juristisch verifiziert und gerechtfertigt worden waren. Dies reichte von einer Verfolgung und Tötung von Juden und Minderheiten, über die Unterdrückung von Gegenstimmen bis hin zur Gleichschaltung von Kirchen und Universitäten. In schmerzhafter Weise sollte uns weiterhin bewusst sein, dass evangelische Kirchen in weiten Bereichen die nationalsozialistische Ideologie annahmen und umsetzten. Pfarrer, die sich gegen die vorherrschende politische Meinung aussprachen, wurden dienstrechtlich und disziplinarisch zum Schweigen gebracht.

Jesus Christus aber sagt: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt , womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. – Identität im Glauben und Handeln müssen eine elementare Einheit im und durch den Glaubenden darstellen. Nur wenn wir als starke Gemeinschaft auftreten, die aus der Kraft des Glaubens schöpft und sich den Ungerechtigkeiten der Welt entgegenstellt, mögen sie offiziell legitimiert sein oder nicht, so können wir dem Reich Gottes den Weg bahnen.

Viele in den USA und an anderen Orten dieser Welt üben in diesen Tagen und Wochen eines bewegten Jahres 2020 diese Form des friedlichen Protests, um der Gerechtigkeit, Gleichheit und dem Frieden Vorschub zu leisten. Die Worte Dr. Kings gegenüber Robert Williams, einem Befürworter für militante Selbstverteidigung Schwarzer, können uns auch heute einen Weg jenseits eines Schweigens hin zu gelebter Solidarität für Unterdrückte und Benachteiligte aufzeigen:

There is more power in socially organized masses on the march than there is in guns in the hands of a few desperate men. Our enemies would prefer to deal with a small armed group rather than with a huge, unarmed but resolute mass of people. However, it is necessary that the mass-action method be persistent and unyielding. Gandhi said the Indian people must “never let them rest,” referring to the British. He urged them to keep protesting daily and weekly, in a variety of ways. This method inspired and organized the Indian masses and disorganized and demobilized the British. It educates its myriad participants, socially and morally. All history teaches us that like a turbulent ocean beating great cliffs into fragments of rock, the determined movement of people incessantly demanding their rights always disintegrates the old order.

Martin Luther King Jr.: A Testament of Hope – The Essential Writings and Speeches, New York 1986, S. 31. (Übersetzung: Siehe Anmerkung 3)

Eine direkte gedankliche Verbindung des gewaltfreien Widerstandes von Jesus Christus über Gandhi bis hin zu Martin Luther King Jr. kann uns Zuspruch und Anspruch zugleich sein. Die Kirchen sind hierbei in eine besondere Verantwortung gerufen, die auch nicht vor legitimierten Strukturen Halt machen darf, wenn diese dem Doppelgebot der Liebe als dem höchsten Gebot des Glaubens widersprechen. Der US-amerikanische Frühling und Sommer stellt dies auf eine harte Probe.

“Mama, kannst du mir das Salz bitte geben?” Ich tauchte aus meiner tiefen Gedankenwolke wieder auf. Meine Tochter sah mich ungeduldig an während ihre ausgestreckte Hand auf den Salzstreuer deutete. Behutsam strich ich nochmals über die Aufschrift des Salzstreuers, der bereits durch jahrelangen Gebrauch Spuren aufwies und reichte ihr schließlich den kleinen Streuer.

Wenn das Jahr 2020 zuneige gegangen sein wird, wird sich herausstellen, ob wir in unseren Handlungen in diesen schweren Monaten wirklich das Salz der Erde waren.


(1) Gewaltlose Grundhaltung, die versucht den Feind durch Vernunft zur Einsicht zu bewegen und zum Freund zu gewinnen)

(2) Übersetzung: In den Tagen von Hitlers Deutschland war es illegal, einem Juden zu helfen und ihn zu trösten. Aber ich glaube, wenn ich damals die gleiche Einstellung hätte wie heute, würde ich meinen jüdischen Brüdern in Deutschland öffentlich helfen und sie trösten, wenn Hitler heute noch am Leben wäre und dies als eine illegale Handlung bezeichnen würde.

(3) Übersetzung: In sozial organisierten Massen auf dem Marsch gibt es mehr Macht als in Waffen in den Händen einiger verzweifelter Männer. Unsere Feinde würden es vorziehen, sich mit einer kleinen bewaffneten Gruppe zu befassen, anstatt mit einer großen, unbewaffneten, aber entschlossenen Masse von Menschen. Es ist jedoch notwendig, dass die Aktionsmethode der Masse dauerhaft und unnachgiebig ist. Gandhi sagte, das indische Volk dürfe “sie niemals ruhen lassen” und bezog sich dabei auf die Briten. Er forderte sie auf, täglich und wöchentlich auf verschiedene Weise zu protestieren. Diese Methode inspirierte und organisierte die indischen Massen und desorganisierte und demobilisierte die Briten. Es formt seine unzähligen Teilnehmer sozial und moralisch aus. Die ganze Geschichte lehrt uns, dass wie ein turbulenter Ozean, der große Klippen in Felsbrocken schlägt, die entschlossene Bewegung von Menschen, die unablässig ihre Rechte fordern, immer die alte Ordnung auflöst.

A voice crying out in the wilderness.

The door of the old safe opened with a disapproving squeak. As it made space for its precious and historical content my eyes fell on the inscription above: “Immigration Bank of New York 1899”. One of many signs of the ever-present immigration history of the 175-year-old German Lutheran congregation.

I extracted from underneath piles of old and new records, check books and documents an old Bible from 1931. Its book wrapper was torn and used. Like a precious arc containing a memory from a time long past. The Bible was dedicated to the Church of St. Paul´s for its 90th anniversary in September 1931, and signed by the President of Germany, Paul von Hindenburg. He was a nationalistic Lutheran binding politics and Church together in a very active manner.

Back then nobody even had the premonition of the disaster, which would haunt Germany, Europe, and the whole of the world. The prominent historian Wolfram Pyta argues in the contrary to other researchers that Paul von Hindenburg as an 84-year old President very actively chose Adolf Hitler as the legitimate heir of the German empire, and by being a bystander helped Hitler to become a dictator, who would implement successfully Nationalistic and extreme thoughts in the German public mind. [i] Most major institutions and – a hurtful fact for Protestants – many large Church bodies embraced Hitler and his disastrous thoughts. My Lutheran Home Church in Bavaria endorsed him eagerly. Bishops supported him. Clergy had to preach according to Hitler´s writings with a watered-down gospel. Supporting Hitler was not just an ideological decision, but one evoked by money and influence. Proclaiming the true Gospel of Jesus Christ in its whole strength like a voice of one crying out in the wilderness of a political dictatorship was not only dangerous – it bore the risk of losing all your wealth, privileges, and influence.

The privilege of receiving Church taxes with beginning of the Nazi dictatorship was fairly new: after fighting for compensation due to the “Principal Decree of the Imperial Deputation” in 1803, when the Churches lost huge stretches of land, buildings and possessions left of the Rhine river, a compensation was implemented. Church tax was anchored into the Weimar Constitution in 1919. [ii] The financial future of the Church was secured with a stable income, and in addition to that pastors become public servants. But it came at a high cost. It meant collaborating with the State in structures and content. A connection, which led to the disaster of the “German Christians” as an instrument of the Nazi tyranny.

Holding the old “Hindenburg-Bible” as an artefact in my own hands, immediately evokes very ambivalent thoughts about the present political situation in the United States, and by acknowledging it as the prominent leading nation for the whole of the world. A quiet admonisher of a disaster bestowed on all of humanity, which haunted our world like never seen before.

After Germany was freed from the Nazi tyranny the Protestant Churches went into a deep crisis. The institutions had lost most of the trust by being an instrument of Hitler´s deadly machinery. To regain this trust massive measures were taken, learning from the words of the Confessing Church with its broadly known Barmen Declaration. The Church had to be deeply separated from the State, only accountable to God´s word. Due to the financials struggles they couldn’t survive without the income through taxes. To ensure freedom from political parties and structures a freedom in speech for Clergy based on the Gospel and the Confessions was implemented. This lead to a double freedom for clergy and the Church itself: Clergy didn’t depend on the income of the congregation and wouldn’t need to preach according to the members to receive a pay. Furthermore, Clergy were only responsible to the Holy Scriptures and the Confessions as long as they as citizens didn’t violate the civil rights of Germany. [iii]

When growing up in a Lutheran environment in Germany, and then working as a pastor in the above described system, I always took both for granted: Being able and even expected to proclaim the Gospel unadorned. Never having to fear about not receive a pay or stipend as long as the words kept within the above-mentioned boundaries, meant freedom from the opinion of parishioners and committees. And even though I was a public servant, I never had given in to a possibly State proclaimed content.

As I left Germany to minister to a small German Lutheran Congregation in New York, which governs itself according to American legislation, not only meant a crash course in “American lifestyle”, but a huge learning curve about the expected role of a pastor as the proclaimer of the Gospel in a certain context. Now, with the new administration voices are becoming louder, pressuring me like many other colleagues to be silent about any political reference. Most folk will eagerly quote from the State offered tax exemption status through 501(c)(3), which after the opinion of some forbids any speech with political references. What they forget, is that the Gospel was and still is a highly political message. Being a tax-exempt institution does not forbid to speak about the current political situation – it does forbid talking concretely about a certain party or person. Rev. Dr. Leah Schade, who is an Assistant Professor of Preaching and Worship at Lexington Theological Seminary, is trying to find and outline solutions for preaching controversial issues in the context of American Churches. A very important issue, which will be the turning point of the role of Churches in America and how deeply they will stand on the ground of the Gospel.

Coming from Germany, and experiencing my second ministry abroad, I think the Church can only live up to its calling, when it actively embraces the role of John, the Baptist as the voice of one crying out in the wilderness. If it is silenced by money, being afraid of losing its privileges, history is repeated. Germany has been there. Unbelievably many have suffered. And the Gospel has been broken by those, who should have safeguarded it.

These are the challenges American Churches like the ELCA are now facing. Will it stay silent in the midst of a cancerous and dangerous political system? It may only be able to live up to its calling through a very bold step: By changing its funding, freeing itself from a covered up strong bond to the State. One solution could be a centralized funding of minister stipends, as it can be found in the Reformed Church of Scotland. Working as an Island pastor a few years ago due to a European ecumenical partnership, I was part of a in Scotland established equal pay system. All congregations would pay according to a certain key to the central offices, ensuring the stipend of a pastor no matter where he or she might work. This ensured, that pastors were free from the income of their congregation, and that they could even afford to minister in very remote places – bringing the Gospel, where maybe otherwise very extreme opinions might develop. Just imagine, what such a system could do in the United States… With pastors being able to freely proclaim the Gospel, even in areas, where the political atmosphere is dangerous or opposing to the Gospel!

But as a German pastor working in the rough American wilderness of New York City I might just be a lonely and urging voice, devoted to remember others of the crimes and failure our German nation. Crying out for justice and peace: “Make straight the way of the Lord!”

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More information about the work of Leah Jacobs Schade: https://thepurplezone.net

[i] Wolfram Pyta: Hindenburg. Herrschaft zwischen Hohenzollern und Hitler, München, September 2007.

[ii] Article 137, paragraph 6: „Religious communities, which are cooperations under the public law, are entitled, on the basis of civic tax lists according to the measure of federal state law, to raise taxes. [Translation: Miriam Groß] Original: „Die Religionsgesellschaften, welche Körperschaften des öffentlichen Rechtes sind, sind berechtigt, auf Grund der bürgerlichen Steuerlisten nach Maßgabe der landesrechtlichen Bestimmungen Steuern zu erheben.“

[iii] For those fluent in German: Pfarrerdienstgesetz der EKD § 24 Absätze 2 und 3: ” ( 2 ) Pfarrerinnen und Pfarrer sind in Gestaltung und Inhalt ihrer Verkündigung frei und nur an die Verpflichtungen aus der Ordination nach § 3 Absatz 2 und an die Ordnungen ihrer Kirche gebunden.

( 3 ) 1 Pfarrerinnen und Pfarrer haben in ihrem dienstlichen und außerdienstlichen Verhalten erkennen zu lassen, dass sie dem anvertrauten Amt verpflichtet sind und dieses sie an die ganze Gemeinde weist. 2 Sie berücksichtigen in ihrem Dienst die Vielfalt der Handlungsfelder und Erscheinungsformen, in denen sich der Auftrag der Kirche konkretisiert.

34: “Pfarrerinnen und Pfarrer haben durch ihren Dienst wie auch als Bürgerinnen und Bürger Anteil am öffentlichen Leben. 2 Auch wenn sie sich politisch betätigen, müssen sie erkennen lassen, dass das anvertraute Amt sie an alle Gemeindeglieder weist und mit der ganzen Kirche verbindet. 3 Sie haben die Grenzen zu beachten, die sich hieraus für Art und Maß ihres politischen Handelns ergeben.”