Von Jahreswechseln und Segenswünschen für 2026

Der Altjahrsabend ist ein Tag der Rückschau. Wir erinnern uns an das, was wir erlebt haben – an Gelungenes und Schweres, an Abschiede und Neuanfänge. In all dem dürfen wir wahrnehmen, dass Gott uns begleitet hat, oft leise und unscheinbar. 2025 klingt aus, und mit 2026 beginnt ein neues Jahr. Was vor uns liegt, wissen wir nicht. Doch die Erfahrung von Gottes Begleitung im Vergangenen schenkt Zuversicht, dem Kommenden offen und wachsam zu begegnen.

In mancher Hinsicht war 2025 ein Jahr des Staunens und der Auseinandersetzung – gesellschaftlich, politisch und kirchlich. Gesellschaftliche Spannungen, Fragen nach Gerechtigkeit und der Umgang mit Vielfalt haben viele Debatten geprägt. Weltweit erschütterten uns anhaltende Kriege und bewaffnete Konflikte, besonders in Europa, im Nahen Osten und in Teilen Afrikas. Der Krieg in der Ukraine, der auch im dritten Jahr unermessliches Leid über die Zivilbevölkerung brachte, ebenso wie die anhaltende Gewalt im Heiligen Land – in Israel und im Gazastreifen – ließen viele nicht zur Ruhe kommen. Zerstörte Städte und Landschaften, Flucht, Angst und Trauer prägten die Bilder, die uns erreichten, und verstärkten die Sehnsucht nach einem gerechten und dauerhaften Frieden.

Zugleich haben wir das Engagement vieler Menschen für Solidarität und Zusammenhalt wahrgenommen: Ehrenamtliche in diversen sozialen Initiativen, Hilfsbereitschaft in Krisen und Katastrophen sowie kirchliche und zivilgesellschaftliche Netzwerke, die auch unter schwierigen Bedingungen tragfähig blieben. Auch kirchlich war dieses Jahr geprägt von Aufbrüchen und Unsicherheiten – von der Suche nach neuen Formen von Gemeinschaft, von Debatten über Verantwortung, Glaubwürdigkeit und Zukunft. In all dem waren wir eingeladen, genauer hinzuhören, Fragen auszuhalten und uns immer wieder neu zu verorten – zwischen Hoffnung und Sorge, zwischen dem Wunsch nach Stabilität und der Offenheit für Veränderung.

Zum Jahreswechsel greifen viele kirchliche Publikationen die jeweilige Jahreslosung auf und laden dazu ein, sie zu bedenken und weiterzudenken – so auch das evangelische Sonntagsblatt, dessen Lektüre ich an dieser Stelle gern empfehle.

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!

Offb 21,5

Diese Worte begleiten das Jahr 2026 und öffnen einen weiten Horizont von Hoffnung und Erneuerung.

Was wird 2026 bringen?

Diese Frage stellt sich am Übergang in ein neues Jahr fast von selbst. Sie bleibt offen – und vielleicht ist gerade das ihre Stärke. Denn sie lädt weniger zu Prognosen ein als zu Aufmerksamkeit: für das, was kommt, und für das, was trägt, wenn der Weg noch nicht sichtbar ist.

Mathematisch ist die 26 eine gerade Zahl – und zugleich die Summe zweier Quadratzahlen: 1² und 5² ergeben zusammen 26. Quadratzahlen stehen für Geschlossenheit und eigene Ordnung. Dass hier das kleinste Quadrat und ein größeres Quadrat zusammenkommen, weist darauf hin, dass Klein und Groß, Unterschiedliches und Verschiedenes nebeneinander bestehen und gemeinsam etwas Neues bilden können. Vielleicht liegt darin ein leiser Hinweis darauf, dass Ganzheit nicht aus Gleichförmigkeit entsteht, sondern aus dem Zusammenspiel des Unterschiedlichen.

Physikalisch steht die 26 für Eisen. Als Ordnungszahl beschreibt sie ein Element, das unsere Welt prägt: Eisen trägt Brücken und Gebäude, hält Maschinen zusammen, gibt Werkzeugen Form und Halt. Es steht für Belastbarkeit, für Struktur und Verlässlichkeit – und zugleich für Formbarkeit. Eisen ist stark, aber nicht starr. Vielleicht erinnert die 26 daran, dass Stabilität nicht im Unveränderlichen liegt, sondern in der Fähigkeit, sich unter Druck zu bewähren.

Medizinisch begegnet uns die 26 auf einer anderen Ebene: im Eisen als Spurenelement des Körpers. Eisen ermöglicht den Transport von Sauerstoff im Blut und damit Energie, Konzentration und Lebenskraft. Wo es fehlt, werden Grenzen spürbar – Müdigkeit, Erschöpfung, Verletzlichkeit. Dass Leben gelingt, hängt hier nicht von Größe oder Stärke ab, sondern von einem feinen Gleichgewicht. Die 26 lenkt den Blick auf das Sorgsame, auf das, was gepflegt und geschützt werden will.

Biblisch erhält die 26 eine besondere Tiefe. In der hebräischen Zahlenmystik entspricht sie dem Gottesnamen JHWH. Sie steht für die Zusage: Ich bin da. Nicht als Antwort auf alle Fragen, sondern als Verheißung von Gegenwart und Begleitung – auch durch Ungewisses hindurch (Bibel).

Darüber hinaus begegnet uns die 26 an weiteren, ganz unterschiedlichen Stellen: als Anzahl der Buchstaben des lateinischen Alphabets, aus denen Worte, Texte und Verständigung entstehen; im Sport als Maß eines Marathons; oder in der Geografie mit den 26 Kantonen der Schweiz. Die Zahl taucht dabei nicht bedeutungsschwer auf, sondern ganz selbstverständlich – eingebettet in Sprache, Bewegung und Ordnung.

Ein Geschenk zum Jahreswechsel

Zum Jahreswechsel möchte ich meinen Leserinnen und Lesern ein kleines Geschenk machen: Segensworte für das neue Jahr. Sie sind verbunden mit drei ausgewählten Versen aus Psalm 26, die den Segenswünschen ihren Rahmen geben – in der leisen Hoffnung, dass diese Gedanken Sie und euch durch das kommende Jahr begleiten mögen.

Prüfe mich, HERR, und erprobe mich; läutere meine Nieren und mein Herz. (Vers 2)

Mögest du im neuen Jahr den Mut finden, ehrlich auf dich selbst zu blicken – im Vertrauen darauf, dass Gottes Nähe dich stärkt und klärt.

Denn deine Güte ist mir vor Augen, und ich wandle in deiner Wahrheit. (Vers 3)

Möge Gottes Güte dich durch das Jahr begleiten und dir Orientierung schenken.

Mein Fuß steht fest auf rechtem Grund; ich will den HERRN loben in den Versammlungen. (Vers 12)

Mögest du festen Grund unter den Füßen spüren und Gemeinschaft erleben, die trägt.

So segne und behüte dich Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist,
im neuen Jahr 2026.

Ihre / eure

Miriam Groß

Von Jahreswechseln und Segenswünschen für 2025

Das Kalenderjahr 2024 geht zu neige. Dieses Jahr scheint in einer besonderen Dichte und Intensität an mir „vorbei gerast“ zu sein. Vielleicht geht es Ihnen auch so? Politisch, gesellschaftlich und sozial war 2024 ein anstrengendes Jahr.

In vielem scheint dieses zu neige gehende Kalenderjahr von zwei Themen geprägt zu sein: von großem Schmerz und „Exnovation“.

Schmerz und Leid durch den Krieg in der Ukraine, im Heiligen Land, in Libanon und an so vielen Orten dieser Welt. Durch Terroranschläge wie in Magdeburg ebenso in unserem eigenen Land. Wann hört das Kriegen und Töten endlich auf? Wann verstehen wir Menschen, dass wir einander Brüder und Schwestern sind, da wir einen Schöpfer und Herrn der Welt haben? Die Missbrauchsstudie und die Aufdeckung von Missbrauchsfällen in meiner eigenen Kirche machen mich wütend und sprachlos. Warum fügen Menschen anderen so viel Leid zu und dann auch noch dort, wo sie sich eigentlich in Sicherheit befinden sollten?

Der Begriff „Exnovation“ beschreibt das Gegenteil von „Innovation“, also die Rücknahme von Systemen, Prozessen, Praktiken oder Technologien, die abgeschafft, aufgelöst oder zurückgenommen wurden. Ein eigentlich normaler Schritt im wiederkehrenden Zyklus von Entstehung, Etablierung und eventueller Auflösung, bevor Neues sich etablieren kann. Vieles an gewohnten politischen und gesellschaftlichen Ordnungen ist in diesem Jahr abgeschafft, aufgelöst oder zurückgenommen worden. Nun halten wir angespannt unseren Atem an, denn wir wissen nicht, wie sich die Verhältnisse in 2025 neu ausbilden werden, sei dies die neue Regierung in USA, die Neuordnung Syriens und die anstehenden Neuwahlen in Deutschland.

Was wird 25 bringen?

Die 25 ist mathematisch betrachtet eine ungerade Zahl, aber ebenso eine Quadratzahl und bildet die Summe der fünf ungeraden, einstelligen Zahlen: (1 + 3 + 5 + 7 + 9 = 25).

Die Zahl 25 steht für das chemische Element Mangan, das ein silberweißes, hartes, sehr sprödes Übergangsmetall, das Eisen ähnelt. Mangan wird in der Natur in großen Mengen abgebaut und vor allem in der Stahlindustrie verwendet.

Als Polizeiseelsorgerin geht mein neugieriger Blick juristisch auch ins Strafgesetzbuch (StGB). In §25 geht es um die „Täterschaft“:

(1) Als Täter wird bestraft, wer die Straftat selbst oder durch einen anderen begeht.
(2) Begehen mehrere die Straftat gemeinschaftlich, so wird jeder als Täter bestraft (Mittäter).

Besonders interessant erscheint mir ein Blick in die Heilige Schrift und die darin enthaltende Numerologie. Die Zahl 25 steht für „überquellende Gnade“ – dies ergibt sich aus der Summe von 20, die für „Erlösung“ und 5, die für „Gnade“ steht. Auch kann man 5×5 als Gnade über Gnade übersetzen. Mit dieser Zahl sind verschiedene Ereignisse in der Bibel verbunden: König Josaphat regierte 25 Jahre, während Hesekiel im 25. Jahr seiner Gefangenschaft seine Vision des Tempels erlebte. Die Bücher Judas und Philemon bestehen jeweils aus 25 Versen.

Neben diesen interessanten biblischen Aspekten der Zahl 25, sind auch die gesellschaftlichen und sozialen Konnotationen aufschlussreich. In unserer Gesellschaft spielt der 25. Jahrestag eine bedeutende Rolle. Silberne Hochzeiten, Dienstjubiläen und viele andere Ereignisse, die ein Vierteljahrhundert umspannen, werden als besondere Meilensteine gerne gefeiert.

Die katholische Kirche feiert das 27. Jubeljahr. Seit 1300 werden mit Papst Bonifatius VIII. diese hervorgehobenen Feierlichkeiten in der katholischen Kirche begannen. Biblisch betrachtet findet ein Erlass- oder Jubeljahr alle fünfzig Jahre statt (siehe Lev 25,8-55) und bezog sich ursprünglich auf sog. „Schuldsklaven“ und deren Befreiung von einer verpflichtenden Schuldarbeit. Im Mittelpunkt des katholischen Jubeljahres steht für Gläubige die Chance auf einen vollkommenen Ablass ihrer Sünden und damit einen Neuanfang. Doch dies geschieht nur unter der Voraussetzung, dass sie nach Rom pilgern, um dort die Sakramente der Buße und der Eucharistie zu empfangen und die Heilige Pforte der Apostelkirche bis zum 6. Januar 2026 zu durchschreiten. Die Stadt Rom wird in 2025 daher nicht nur über diesen Zuspruch für katholische Christinnen und Christen, sondern auch über den Zustrom von Pilgern jubeln können.

Viele kirchliche Publikationen nehmen in ihren Veröffentlichungen die jeweilige Jahreslosung in den Blick – wie z.B. das evangelische Sonntagsblatt.

Prüft aber alles und das Gute behaltet.

  1. Thess 5,21

Analog zum letzten Jahreswechsel (2023 und 2024) werde ich hingegen meine Segenswünsche zum kommenden neuen Jahr an Psalm 25 anlehnen.

Ich danke allen Leserinnen und Lesern meines Blogs, dass Sie und ihr meinen Worten und Gedanken Raum und Zeit geschenkt habt. Möge Gottes Segen euch in 2025 begleiten!

Ihre / eure Miriam Groß

Mögest du im neuen Jahr die Nähe Gottes, des Herrn über Welt und All, suchen.

Möge Er dich Seine Nähe spüren lassen – besonders dann, wenn du schwere Zeiten durchlebst.

Mögest du geborgen in Gott sein – auch im Angesicht deiner Verächter, denn Er sieht und schützt die, die Seine Gegenwart suchen.

Möge der Herr unseres Lebens dir den Weg zeigen, den du dieses Jahr beschreiten sollst, und dich Schritt um Schritt führen.

Möge die göttliche Wahrheit dir Richtschnur und Gott Dir eine Hilfe in allem sein, was du im neuen Jahr tun und erleben wirst.

So segne und behüte dich Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist in 2025.

Der Duft der Erinnerung

Vorsichtig drückte ich auf die leicht verblichene Creme-Tube, damit nur nicht zu viel des wertvollen Inhaltes herauskam. Während ich mich damit einkremte, verbreitete sich umgehend der wohlbekannte Duft von süßer Vanille im Raum und würde mich in den nächsten Stunden wie eine unsichtbare Hülle begleiten.

Ich schloss meine Augen und wurde weggetragen aus meiner verregneten deutschen Stadtwohnung ins ferne USA. Länger zurückliegende Kindheitserinnerungen, aber auch schöne Erinnerungen an meine Zeit in New York waren mir durch diesen speziellen Vanille-Duft wieder gedanklich so nah. Die Creme war die letzte, die ich als Souvenir vor drei Jahren mitgebracht hatte. Nun würde sie bald zu neige gehen.

Wie Weihrauch werdet ihr Duft verströmen und aufblühen wie eine Lilie. Erhebt eure Stimme zum Lobgesang und preist den Herrn für all seine Werke. Verherrlicht seinen Namen und stimmt in sein Lob ein mit Singen und Klingen,…

Sir 39,14-15a

So steht es in Jesus Sirach geschrieben. Ich stockte in meinen Gedanken. Selbstverständlich preise ich Gott für all das, was Er getan hat. In meinem Leben sehe ich viele Segensspuren:

Meine Familie…

Gesundheit…

Genug zu Essen und ein Dach überm Kopf…

Menschen, die mir vertrauen…

Personen, die mir nahestehen…

Auslandserfahrungen…

… und so vieles mehr. Aber es gibt auch Zeiten, an denen der Duft der Erinnerung verblasst oder gar nicht mehr da ist. Wo anstatt süßer, verheißungsvoller Vanille andere Nuancen schwer in der Luft schweben und das Atmen erschweren. Manchmal in mir sogar das Gefühl des Erstickens hervorrufen.

Als ich an diesem Tag wieder so haderte während meine Creme fast zu neige war, half mir ein Blick in die Bibel. Dort steht nämlich weiter:

… preist ihn und sprecht so:
Alle Werke des Herrn sind sehr gut; und was er gebietet, geschieht zur rechten Zeit. Und man darf nicht sagen: Was soll das? Wozu ist das? Denn zur rechten Zeit tritt alles ein. Durch sein Wort stand das Wasser wie eine Mauer und durch seine Rede die Wasser, als wären sie eingefasst. Jeder seiner Befehle zeigt sein ganzes Wohlgefallen, und wenn er rettet, kann’s keiner hindern.
Aller Menschen Werke sind vor ihm, und vor seinen Augen ist nichts verborgen. Er blickt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und nichts ist unbegreiflich vor ihm. Man darf nicht sagen: Was soll das? Wozu ist das? Denn jedes Ding ist zu seinem Zweck geschaffen. […]

Sir 39,19b ff.

Ich nahm mir fest vor, nicht mehr so viel an Gottes Plan zu hadern und zu hinterfragen. Gottvertrauen war es, das ich mir selbst mahnend vornahm, in den Mittelpunkt zu stellen.

Einige Tage später bummelte ich durch eine lokale Drogeriekette. Wie magisch angezogen griff ich ein saisonales Duschgel aus dem Regal. Sein Inhalt aus Vanille, Macadamia und Kakaobutter verhieß Wunderbares. Ich öffnete den Deckel des Duschgels und wurde umgehend eingehüllt von einem wohlbekanntem Duft. Wer weiß, vielleicht würden sich nach drei schweren, sehr durchwachsenen Jahren zurück in Deutschland doch irgendwann auch hier Erinnerungen einstellen, die ich gerne mit auf meinen Lebensweg nehmen könnte… Das passende Duschgel jedenfalls stand nun als Ablösung zur amerikanischen Creme bereit.

Ein Regen an Segen

Als Polizeiseelsorgerin am größten bundespolizeilichen Aus- und -fortbildungszentrum unterrichte ich nicht nur das Fach „Berufsethik“, sondern begleite die Polizeimeisteranwärterinnen und -anwärter sowie das Stamm- und Abordnungspersonal, das diese große Ausbildungseinrichtung und die komplexe Ausbildung betreut. Ein offenes Ohr zu haben, die zu begleiten, die hier lernen und arbeiten, ist ein wichtiger Bestandteil meiner Tätigkeit.

Durch Andachten darf ich Gottes Wort als Stärkung und Ermutigung weitergeben – dienstags durch einen kleinen Bibelvers, freitags als Segen für das Wochenende, sowie einmal monatlich durch eine Mittagsandacht.

Zur Sommerpause habe ich einen „Regen an Segen“ als kleines Video mit den schönsten Segensworten erstellt. Beides, das Segensvideo sowie die dort verwendeten Segensworte, füge ich hier an. Solltet ihr diese verwenden, würde ich mich freuen, von euch zu hören. Möge Gottes Wort durch euch als Zeichen der Stärkung, Hoffnung und Ermutigung in unsere Welt gesprochen werden.

Habt einen gesegneten Sommer!

Eure Miriam Groß