Endemische Gedanken: wenn das Schweigen endlich bricht und prägende Erfahrungen bleiben

Aus Gründen ist es Zeit, endlich das Schweigen zu brechen und in diesem Blogeintrag über prägende pandemische Erfahrungen als Pfarrerin und Polizeiseelsorgerin zu schreiben.

Jahresanfang und eine Woche Urlaub. Für mich die perfekte Kombination, um etwas Ordnung zu schaffen und dadurch offen zu werden für die nächsten zwölf Monate des noch recht jungen Jahres. Als ich den Inhalt meines Nachtkästchens ausleerte, fiel mir eine Stoffmaske in die Hand, die ich vor fast genau zwei Jahren direkt aus meinem Fluggepäck in der Schublade des Nachtkästchens verstaut hatte. Nachdenklich setzte ich mich auf den Rand meines Bettes. Laut Christian Drosten, dem Leiter der Virologie an der Berliner Klinik Charité, befinden wir uns bereits am Ende der Pandemie und in Deutschland am Beginn einer Endemie. Das heißt nicht, dass das Virus uns nicht weiterhin im Griff hat, dennoch trifft es nicht in der vorher vorhandenen Härte, Intensität und Gefährlichkeit. Eine Endemie bedeutet, dass wir weiterhin vorsichtig und rücksichtsvoll sein müssen, aber lernen mit der sich verbreiteten Krankheit umzugehen. Dazu benötigt es auch das Element der Reflexion, um aus dem Erlebten zu lernen.

Die Stoffmaske wirkte an diesem ersten Samstag des neuen Jahres wie ein Relikt aus einem anderen Leben, das inzwischen weit weg erschien. Ich seufzte tief. Bilder in wirrer Reihenfolge erschienen vor meinem inneren Auge. Ich schüttelte mich, während so manche Emotion der in New York erlebten Pandemie von mir wieder Besitz ergriff. Die Maske musste aufbewahrt werden. Wie lange ich auf meiner Bettkante saß, weiß ich nicht- doch irgendwann gab ich mir einen Ruck und suchte all die anderen Stoffmasken, die wir aufgehoben hatten.

Ich fand unsere Sammlung an Stoffmasken im abgelegensten Schrank unserer Wohnung in der untersten Schublade hinter vielen Halstüchern. Während in Deutschland schon bald FFP2-Masken Pflicht geworden waren, trugen wir in den USA relativ lange waschbare Masken aus Stoff. Im Nachhinein schützen diese Masken nicht so gut, waren aber nun für mich wichtige Erinnerungsstücke – persönliche Artefakte einer sehr intensiven Dienstzeit geworden.

Vier Masken hatte ich besonders gerne getragen. Sie waren nicht nur gut geschneidert gewesen, sondern verbanden mich emotional mit wichtigen Stationen einer intensiv erlebten Dienstzeit:

Auf der Maske aus schwarzem Baumwollstoff war in großen Buchstaben FAITH ______OVER ______ FEAR aufgedruckt. Diese Maske steht für den Beginn und die erste Welle der Pandemie, die ich in New York als einem der ersten Corona-Hotspots der westlichen Welt erlebt hatte. Es waren Monate, in denen ich als Pfarrerin und Polizeiseelsorgerin meine Berufung noch nie so intensiv gespürt hatte, wie in dieser Zeit. Eine Lehre dieser Zeit ist für mich, dass in Gefahr Berufung erst richtig beginnt. Noch gut erinnere ich mich an die Angst, mich selbst anzustecken- im Krankenhaus während ich Sterbende begleitete oder in den beengten New Yorker Bedingungen als ehrenamtliche Polizeiseelsorgerin, wo ein sicherer Abstand oftmals schwer möglich war.

Das Symbol der Synagoge war schon etwas abgegriffen – für mich strahlte es in seinem einfachen Weiß auf dieser azurblauen Maske umso mehr. Diese besondere Maske war mir von meiner jüdischen Synagoge geschenkt worden, wo ich mich ehrenamtlich engagiert hatte. Eine der bitteren Auswirkungen der Pandemie war in USA eine schnell eingetretene Massenarbeitslosigkeit, die vor allem aufgrund des nur rudimentären Sozialsystems die Ärmsten der Armen getroffen hatte. Diese Arbeit durfte daher nicht zum Erliegen kommen. Mit viel Fantasie und Engagement versuchten wir trotz der uns umgebenden viralen Gefahr für die zu sorgen, die sonst hungern würden.

Und dann nahm uns mitten in diesem pandemischen Chaos ein politisches Ringen Recht und Gerechtigkeit den Atem. Auf schwarzem Untergrund prangte neben dem Profil der Richterin Ruth Bader Ginsburg, die eine der größten Kontrahentinnen des damaligen Präsidenten Donald Trump war, in bunten Lettern die Aufschrift WOMEN BELONG IN ALL PLACES WHERE DECISIONS ARE BEING MADE. Ich hatte in USA ein Ringen um eine politisch gerechter gestaltete Welt erlebt, in der es einen Kampf um Inklusivität bzw. Exklusivität gab. Erinnerungen an wunderbare Frauennetzwerke und eine durchbangte Wahlnacht sind mir immer noch sehr präsent.

Eine weitere mir wichtige Maske strahlte und glitzerte mir auf einem galaktischen Hintergrund entgegen. Sie erinnert mich an die Träume, die mich in dieser intensiven Dienstzeit antrieben: Träume von Gesundheit, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Eine große Aufgabe, die wir nur gemeinsam Wirklichkeit werden lassen können. Wenn jeder eine Kleinigkeit dazu in seinem jeweils eigenen Bereich dazu tut, kann dies gelingen. In New York und jetzt in Bamberg versuche ich weiterhin meinen kleinen Teil dazu beizutragen.

Die Zahl der persönlichen Artefakte endete jäh mit meinem beruflichen Wechsel zur Bundespolizei – sicherlich auch verbunden mit der Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Mit meiner Rückkehr nahm so mancher Kollege wieder Kontakt zu mir auf. Eine Unterhaltung kurz nach meiner Rückkehr im Januar 2021 wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Anstatt mir ein offenes Ohr zu leihen, kritisierte er meinen beruflichen Wechsel zur Bundespolizei. Ich sei schon wirklich dumm gewesen. Wenn ich eine normale Pfarrstelle gewählt hätte, hätte ich sicherlich noch einige Monate eine ruhige Kugel schieben können. In Ruhe umziehen. Ankommen. Mich einfinden. Stattdessen hätte ich den Strudel des polizeilichen Dienstes gewählt. Ich war sprachlos über dieses opportunistische Denken, das ich bei diesem Kollegen wahrnehmen musste.

Als ich in Deutschland ankam, fragte man mich nicht nach meinen Erfahrungen noch bot man mir die Möglichkeit an, diese zu verarbeiten. Ein Sonderurlaub war bei einem solchen Wechsel nicht vorgesehen. Noch heute frage ich mich warum eigentlich, wenn ich viele dienstliche Sonderbelastungen getragen hatte? Supervision oder psychologische Begleitung wurde mir ebenso wenig angeboten. Also stürzte ich mich ins Neue und verarbeitete das Erlebte auf meine Weise.

Nach fast zwei Jahren sind diese Erfahrungen nun ein für mich wertvoller Teil meines Selbst geworden. So manches kann ich in den berufsethischen Unterricht der BPOL nebst zahlreicher Reportagen, die über meinen Dienst in New York gedreht wurden, einfließen lassen. So wird nun für andere zum Segen, was ich erlebt habe.

Für mich steht am Ende dieser endemischen Gedanken vor allem diese wichtige Lektion im Mittelpunkt der pandemischen Dienstzeit: eine Berufung zeigt sich in Gefahr – das verbindet mich zutiefst als Pfarrerin mit den mir anvertrauten Polizeikräften, die ich begleiten darf. Die eigene Berufung so stark spüren zu dürfen, ist ein großes Geschenk der pandemischen Dienstzeit, das mich begleiten wird – egal, wo ich meinen Dienst versehe.

Im anderen einen wertvollen Menschen entdecken: von Respekt für Einsatzkräfte und langfristiger Vertrauensbildung

Als ich auf insgesamt drei Regalen in großen Lettern die Schilder „AUTOS“ bereits auf der Rolltreppe entdeckte, spürte ich das Kribbeln einer kindlich freudigen Begeisterung. Meine geheime Mission würde aufgrund der schon von weiten sichtbaren Fülle an „Kaufgut“ sicherlich erfolgreich sein. Da mein Patenkind in einiger Zeit aufgrund einer notwendigen Operation ins Krankenhaus gehen musste, wollte ich ihn mit einem kleinen „Krankenhaus-Paket“ überraschen und Mut machen. Ein Besuch würde aufgrund der gegenwärtigen Infektionswelle kaum möglich sein. Daher hoffte ich, dass ihm durch die kleinen Geschenke etwas näher sein würde: ein kuscheliger Schlafanzug – ein Kuscheltier, das mit einem großen Reißverschluss versehen, Sorgen fressen konnte – eine Buch nebst selbsteingesprochener Audiodatei – und ein Spielzeugauto. Aber nicht irgendeines, hatte ich mir fest vorgenommen. Denn das Patenkind war ein begeisterter Polizeifan und wusste natürlich genau, dass seine Patin bei der Bundespolizei arbeitete.

Meine Füße setzten auf dem mit hellen Kacheln versehenen Einkaufsgeschoss auf und setzten mit entschlossenen Schritten das Tempo der Rolltreppe fort. Doch schon bald verlor ich nach der Durchsicht des zweiten Regals den Mut. Das konnte doch nicht wahr sein! Wo waren sie, die Polizeifahrzeuge? Bis dato war ich immer der Überzeugung gewesen, dass sie zu jedem Kinderzimmer gehörten und daher überall angeboten würden. Als ich schon fast aufgab, fiel mir auf der Stirnseite des letzten Regales ganz unten links einige Einsatzfahrzeuge auf. Unter ihnen zu meiner Erleichterung ein Volkswagen Crafter auf dessen Seite in großen Lettern POLIZEI aufgedruckt war. Noch dazu konnte man durch leichtes Drücken eine Polizeisirene erklingen lassen. Als das Geräusch erklang waren es sehr ambivalente Gefühle, die in mir Raum nahmen:

Erinnerungen an einen Besuch bei der Landespolizei als ich selbst Kindergartenkind war, wurden plötzlich so wohltuend präsent. Damals war es auch ein Volkswagen gewesen – ein alter Bus, in den wir uns setzen durften. Wo uns der Polizist unter unseren staunenden Augen alles erklärte und ganz nebenbei viel Vertrauen zwischen ihm und uns schuf.

Aber auch schwere Gedanken mischten sich in die freudige Jagd nach einem geeigneten Spielzeug, denn die Aufschrift „TRY ME“ war in makaberer Weise in der Silvesternacht von Personen umgesetzt worden. „Try me“ bedeutet aus dem Englischen übersetzt nicht nur „Probiere mich aus“, sondern je nach Kontext auch „Fordere mich doch heraus!“. Sicher ist vielen Einsatzkräften besonders in dichten Zeiten wie einem Jahreswechsel oder anderen Tagen im Jahreskreis bewusst, dass der Dienst nicht einfach werden könnte, dass der Dienst unter Umständen sogar eine Herausforderung darstellt. Aber das, was in der letzten Silvesternacht zahlreichen Einsatzkräften der Polizei und Feuerwehr passierte, lässt mich als Polizeiseelsorgerin wütend werden. Gewalt an Einsatzkräften, die zur Hilfe eilen, ist indiskutabel und darf nicht toleriert werden.

Mein Blick geht aber nicht nur zurück, sondern auch in die Zukunft. Meine eigene lange zurückliegende Erfahrung hat mich von Kindesbeinen an positiv geprägt. In New York habe ich auf diese Erfahrung aufgebaut und meine Konfirmandinnen und Konfirmanden im Rahmen eines Praxistages mit zu meiner damaligen Polizeistation genommen. Während die Polizeikollegen sie mit in die Station nahmen, ihnen Türen öffneten, die anderen so nicht zugänglich waren und Einsatzfahrzeuge erklärt bekamen, sah ich in ihren Augen ein Strahlen, das sich sicherlich als eine gute Erinnerung an die manifestierte, die für unsere Sicherheit sorgen.

Innerhalb des Community Policing Projects konnte ich viele vertrauensbildende Projekte besonders mit Kindern und Jugendlichen erleben: die Youth Police Academy, die in den langen Sommerferien kostenlose Camps anboten und spannende Einblicke in die Polizeiarbeit schenkten; die NYPD Explorers, mit denen die deutsche Jugendfeuerwehr im polizeilichen Bereich vergleichbar ist; Familienfeste; Basketballturniere mit Cops und so vieles mehr. Die grundlegende Konstante hierbei war, dass Bürgerinnen und Bürger mit Polizistinnen und Polizisten in Kontakt kamen und so manches Vorurteil fiel. Im anderen den Menschen entdecken – ob in zivil oder Uniform- das prägt beide Seiten und hilft, den anderen zu verstehen.

Als Polizeiseelsorgerin würde ich mir aufgrund dieser Erinnerungen wünschen, dass wir Polizei und Bürgerschaft, alt und jung, egal welcher Herkunft oder finanziellem Status, die Möglichkeit geben, im anderen einen wertvollen Menschen zu entdecken. Das ist aus meiner Sicht die beste langfristige Prävention gegen solche schweren Silvesternächte.

Ich drückte nochmals gedankenverloren auf den kleinen Volkswagenbus. Vielleicht sollte ich eher die große Aufschrift der Verpackung „TRY ME“ mit „TESTE MICH“ im Bezug auf meine Ideen übersetzen. Wenn ich in entscheidender Position tätig wäre, würde ich ein Projekt anstoßen, durch das die evangelische Seelsorge in der Bundespolizei diese Menschen zusammenbringt und Vertrauen schafft. Bis vielleicht eine solche Person den Mut fasst, werde ich dies im Kleinen als Pfarrerin umsetzen. Bei meinen Konfirmanden hatte ich in New York den Anfang gemacht. Nun war es mein Patenkind, das durch seine Patin einen spielerischen Zugang erhielt. Und wer weiß, welche anderen Möglichkeiten Gott in unsere Hände legen möge.

My dear Jewish friend 14: Inter-religious education and lessons to grow

After two public Christmas holidays, where we celebrated among our family, I headed back to work regenerated and full of hope despite the challenges on personal, professional, and political level.

For another year the Chanukah decorations – my small electric Chanukiah and the large wooden Dreidel from Israel – would rest in the large cupboard of my office. After placing the Chanukiah in front of a stack of Bibles longing to be used. Then, I carefully placed the Dreidel in front of it. The wooden art piece would forever remind me of a special lesson about Chanukah, inter-religious education, and own theological reflections on this Jewish celebration. As I slowly turned the dark Dreidel on its socket I remembered the astonished voice of a young police cadet.

But let me start with the lesson itself… : After the murderous crimes of World War II the number of Jews living in Germany presently is under 1% of the German population. Most of my police cadets have never had an encounter with Jews and only small knowledge about the living faith of Judaism. Therefore, during the festive season of Chanukah, I taught them about the history of this important festival showing them the Chanukiah and even playing a fun round of Dreidel. While I explained the historical background of your festival I could see that one police cadet sitting in the center of the class room looked very puzzled. He persistently raised his hand. I nodded, as I could feel the urgency of his question. „Mrs. Groß, please forgive my question, but I am confused. Are you Jewish?“ Now it was me being the astonished one. I set down the Dreidel on my desk. „No, I am not Jewish. But I have lived in New York for almost seven years. My children brought home many Jewish traditions. Some of my best friends are Jewish, and through Judaism I was able to understand a lot of my Christian faith.“ While the class then eagerly turned to playing a round or two of Dreidel, the question of the young police cadet stuck and evoked a deeper research on what Chanukah, Judaism and Christianity might have in common. Who would ever think, that an inter-religious lesson I had designed for my police cadets to help them with their ethical decision making, would help me to reach a deeper level of understanding of both faiths.

In the Christian Holy Scriptures we hear from Jesus celebrating most likely Chanukah:

At that time the festival of the Dedication took place in Jerusalem. It was winter, and Jesus was walking in the temple, in the portico of Solomon.

John 10:22-23 NRSV

The German Bible translation „Bibel in gerechter Sprache“ even directly speaks of Chanuka:

Damals fand in Jerusalem das Chanukkafest statt.

John 10:22 Bibel in gerechter Sprache

There is no further biblical proof, if Jesus celebrated Chanukah. But the reference seems very convincing to me and I will definitely add to my answer that Jesus was a Jewish Rabbi and most likely celebrated Chanukah like other Jews did.

With a soft push I closed the cabinet door, where the special objects of my teaching are stored. The Dreidel will forever remind me of this special lesson – by now I am convinced that I am challenged to grow as I teach as much as I challenge my young cadets to learn about other faiths, cultures, and festivals.

Love from Bamberg to my Jewish friend.

My dear Jewish friend 13: Shining lights of hope beyond Chanukah and Christmas

I sighed as I looked at the Chanukah decorations on our Christian Christmas tree. A few days earlier I had carefully placed a porcelain dreidel and festive window with a brightly lit Chanukiah in the center of our Christmas tree.

It was the eve of Christmas day and our two holiday seasons, Chanukah and Christmas, share one festive day, my thoughts had you on my mind. I vividly remember one Chanukah evening I was invited to speak about my family´s history, which represents like so many that of broken German history and more so the responsibility for present and future.

But now it was time to dim the light on this beautiful small window and our electric Chanukiah, which has accompanied us through your beautiful festival of lights. The lights of your beautiful festival might have been dimmed and those of Christmas will seize in a few days as well, but there is a light beyond that shines through us into this world.

A beautiful poem of Philip M. Raskin reminds us that the light will continue to shine:

The Rabbi tells his old, old tale,
     The pupils seated round.
“…And thus, my boys, no holy oil
     In the Temple could be found.

The heathens left no oil to light
     The Lord’s eternal lamp;
At last one jar, one single jar,
     Was found with the high priest’s stamp.

Its oil could only last one day—
     But God hath wondrous ways;
For lo! a miracle occurred:
     It burned for eight whole days.”

The tale was ended, but the boys,
     All open-eyed and dumb,
Sat listening still, as though aware
     Of stranger things to come.

Just wait, my boys, permit me, pray,
     The liberty to take;
Your Rabbi—may he pardon me—
     Has made a slight mistake.

Not eight days, but two thousand years
     That jar of oil did last,
To quell its wondrous flames availed
     No storm, no flood, no blast.

But this is not yet all, my boys:
     The miracle just starts.
This flame is kindling light and hope
     In countless gloomy hearts.

And in our long and starless night,
     Lest we should go astray,
It beacon-like sheds floods of light,
     And eastwards points the way,

Where light will shine on Zion’s hill,
     As in the days of old.
The miracle is greater, boys,
     Than what your Rabbi told

Philip M. Raskin – 1880-1944

As we as a Christian family are emerging ourselves into twelve days of the Christian festive season I know from our friendship that there is a light shining in both of us. A light of joy for the better, which we try to bring into our broken world large or small. May it kindle light and hope in countless gloomy hearts, which struggle.

Love from Bamberg on Christmas to my Jewish friend.

My dear Jewish friend 10: Roaming the streets of Bamberg with Heschel on my mind

The steps of my feet echoed on the pavement as I crossed through a smaller street in the old city center of Bamberg. My restless mind was weary and I tried to avoid the most popular streets, which were so prominent with tourists from all over the world.

Its now one and a half years since we had to abandon the life we had built in New York – and I had to leave the comfort of a special friend behind, who lived so close to me and shared my passion for those on the fringes of society. I feel alone in this German city that prouds itself of being a UNESCO World Heritage Site. It is full of history, broken history, and millions of tourists are flocking to see how splendid Germany must have one looked before the Second World War. I feel alone – sometimes even from G*d, I must admit. I often lament, why He has called me here to teach hundreds of Federal Police cadets instead of leaving me in the close comfort of our friendship.

So, in the last weeks I dug deeper into the wisdom of those, who have inspired my research during my doctoral studies. Abraham Josua Heschel, whose daughter Susannah I had the honour to meet in New York as I organised a panel discussion about „Luther and Antisemitism“ with the Leo Baeck Institute in 2017, I found an interfaith ally. As Heschel moved to Berlin to pursue his academic career, he felt alienated as a Hasidic in the bustling German capital. He roamed the streets – and maybe he even felt alone and lost in translation from one culture to the next as I do right now. I am aware that I’m a German citizen. I speak the language. I know the culture. I have been brought up with the food. But my life´s journey has put an undeniable multicultural imprint on me. My thoughts and ideas are as diverse as the cultures and places that have had an impact on me. But in this Roman Catholic city it seems like only a streamlined person with a monocultural background is accepted (preferably Franconian having lived here all of their lives). Immediately upon arrival in this Roman Catholic context I was told straight into the face that as a Lutheran pastor I should get used to being minor and should get used to this fact. No wonder, I find it hard to feel at home.

As I lamented one evening on my way beyond the tourist paths of Bamberg, it was a poem of the Rabbi I adore for his deep connection of faith and social justice that spoke consolation to me – it was as if through time the Rabbi spoke compassionate words of G*d´s presence to a lonesome German Lutheran pastor:

God follows me everywhere— 
spins a net of glances around me, 
shines upon my sightless back like the sun.

God follows me like a forest everywhere. 
My lips, always amazed, are truly numb, dumb, 
like a child who blunders upon an ancient holy place.

God follows me like a shiver everywhere. 
The desire in me is for rest; the demand within me is: Rise up,
See how prophetic visions are scattered in the streets!

I go with my reveries as with a secret
In a long corridor through the world— 
and sometimes I see high above me, the faceless face of God.

God follows me in tramways, in cafes.
Oh, it is only with the backs of one’s eyes that one can see 
how secrets ripen, how visions come to be.

Abraham Josua Heschel, The Ineffable Name of God: Man, originally published Warsaw 1933, translated from the Yiddish by Morton M. Leifmann, New York 2007, p. 57.

These words spoke deeply to my soul and called my thoughts back into perspective. G*d has always been with me, no matter where I went throughout my life journey and the places he has led me to:

the long stretched, agricultural region of Franconia and its society being aligned to monocultural structure during my childhood and youth

the beautiful American South, its mesmerising city of Charleston and the tensions of its past and present

the industrial nation of Japan pressing forward in time and economy with its fascinating ancient culture that embraces the future

the lively city of Frankfurt, providing space for a multicultural society paving the way for Germany to become a more manifold and welcoming nation

the remote islands of Orkney with its stunning nature, which is one of the most beautiful places of G*ds creation I have ever seen

the state Bavaria dominated by its capital Munich as the industrial motor of Germanys South and its harsh cement desert

the diverse city of New York as the secret capitol of the Western world, which is one of a kind and took me in as one of its own

and the medieval city of Bamberg fascinating uncounted tourists by its beauty, but finding it difficult to embrace those who are different.

Its Heschel words of G*d´s presence are consoling as I am trying to come to terms that sometimes the paths we are led down are not the ones we maybe have wished for. And perhaps one day, if G*d provides, we will again roam down streets, neighbourhoods or islands together. Until then, may our faith and friendship be the bond that reminds us that G*d follows us everywhere.


This is the Yiddish original poem in a beautiful interpretation:

My dear Jewish friend 9: Pictures of hope and happiness

I stared at the old picture in awe. Six men and a women were gathered around an embroidered table and deliciously filled beer steins. In the center of the picture was a gentleman with a hat and beard, who clearly looked Jewish. He proudly glanced back at me. As my gaze wandered over the details of this special snap shot in time I spotted two police officers to the left and right. They were a natural part of this cheerful and positive happening.

Uffenheim in the 1890s or 1900s. A window into the life of my hometown before Hitlers murderous thoughts, his evil making and hating ideology took grip of Franconia and the place I grew up.

The picture you see on the bottom is from my friend Rick Landman. By G´d´s providence we met years ago in New York. Who would have ever dreamed that the friendship, which once flourished before the disaster of the Nazi-Regime, would be reinstated by two Uffenheimer finding each other amongst millions of people in one of the busiest cities of this world?

(Bild: Rick Landman)

The proud Jewish gentleman in the middle is Ricks great-grandfather Gabriel Oettinger (1862-1903). He was able to experience as Jewish people became full citizens in Germany 1871. To me he looks happy and proud – along with all the other people. I can fully understand, as I’ve experienced how enriching, enlightening and heart-warming diverse and welcoming societies can be, if they dare to. The New York experience of diversity has changed my heart and soul forever.

Nonetheless, with emancipation having blossomed in Germany within years the pendulum swung back under the Nazi regime to an even more disastrous state than ever before. My hometown Uffenheim prided itself to be „judenfrei“ before everyone else and adhering to the Nazi regime more than other places. Martin Oettinger (Ricks grandfather), who was a proud born Uffenheimer, had to flee for his life.

The old picture is a proof that a different kind of society is possible- even in Uffenheim, which has once adhered so eagerly to a murderous regime and is presently very conservative. As I am now not only carrying the weight of my ancestors doings, the guilt of my Lutheran church body, but by wearing a Police uniform as a chaplain I am responsible to embrace the complicitness of this institution during Hitler as well. I hope that the picture of friendship, joy and happiness once taken in Uffenheim will foreshadow what can be in the presence and future: By reinstating a friendship amongst those, who once shared the same table, there is hope beyond time through those embracing each other in love and commitment.

May this new picture be a hopeful beginning of what once was possible in the small Franconia town of Uffenheim.


Information about Rick Landman and his family’s story, please visit his website.

Zu Gast bei Initiative 27. Januar

Am Abend des Epiphanienfestes war ich zu Gast bei Initiative 27. Januar. Im neuen, modernen Talkformat bei Instagram durfte ich mit Herrn Matthias Böhning meine biografischen und theologischen Zugänge zu Friedens- und Versöhnungsarbeit, Rassismus und Antisemitismus in Übersee und Deutschland sprechen. Es war eine spannende Unterhaltung, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Ich danke Herrn Böhning sehr für diese Einladung und lege die Initiative allen Leserinnen und Lesern ans Herz! Mitmachen könnt ihr bereits jetzt ganz konkret durch die Unterstützung des Projekts „Weiße Rosen und Briefe für Holocaustüberlebende“ (Link).

Hier ist der Zugang zum Video, der auf IGTV gepostet wurde:

My dear Jewish friend 6: Shalom and Shared Roots of Faith

When entering our apartment, my hand softly touched the Hebrew letters of שלום. Shalom. Peace. Frieden. I sighed deeply as the well-known words of the Shema Israel came over my lips. Protected by a beautiful bright blue outside the small parchment scroll of the Mezuzah contained important parts of the Holy Scriptures (1) and was a precious memory of seven years in New York.

Hear, O Israel: The LORD is our God, the LORD alone. You shall love the LORD your God with all your heart, and with all your soul, and with all your might.

Deut 6,4-5

Shalom. Peace. Frieden.

Our world is struggling heavily to find peace. Despite a raging pandemic, a large portion of our world is still engulfed in different conflicts and wars. (2) What a terrible fact as Christianity is celebrating Christmastide and all nations are heading for the New Year!

Year after year I am hoping for peace to come. Even though you and I live in peaceful nations, many are not as fortunate. My own nation has not lived up to the basic religious principal engrained into Judaism and Christianity. During the Nazi dictatorship most Germans were official members of the Roman Catholic or Protestant Churches, but didn’t live up to the concept of shalom. Instead, they were eagerly part of a murderous, diabolical system. Large numbers did not simply forget the connections between Judaism and Christianity, but some very actively tried to destroy every trace of shared values.

When on a very cold night of November 9 the local Rabbi Dr. Salomon Almekias-Siegl came to our Christian home, it felt as if a tide of personal family history was turning in healing ways. It could have not been a more touching date for installing our Mezuzah at the apartment door of our German Christian family. On what is today known as „Kristallnacht“ (3), from November 9 to 10, 1938 when synagogues and Jewish property were burned and destroyed on a large scale, and hundreds Jews were killed or driven to commit suicide, it was this gesture of שלום that deeply moved us.

After checking that the small scroll was kosher, the Rabbi spoke the blessing hanging the mezuzah slanted on the right side of the door, facing inwards towards our apartment. My thoughts went to the biblical story of the Rabbi Jesus discussing religious matters with scribes where he referred to the Shema Israel and the commandment to love neighbour and self as the highest commandments of faith (Marc 12:28-31). If only the perpetrators of the Nazi dictatorship large and small would have lived up to this commandment instead of killing millions of Jews!

Now, day after day, as I pass through our door, the bright blue Mezuzah and its silver letters remind me that the way to שלום is adhering to these fundamental commandments, which bind Judaism and Christianity together. I am so thankful for this reminder, which was installed on one a night that reminds us of one of the darkest night in German history.

Shalom. Peace. Frieden.

With every new day rising and every passing through our doorway my hope grows that God´s kingdom will grow in our broken world by love we show God and our neighbour.


(1) Deuteronomy 6:4-9 and 11:13-21.

(2) Statista:

(3) The Night of Broken Glass

My dear Jewish friend 5: United against hunger

It took me months, my dear Jewish friend, to have the courage to look for a new commitment to fight against hunger. My heart and hands were dreaming about our shared fight against hunger. You have taken me in as a Christian into your beautiful Jewish pantry – and you have changed my life forever. Your leadership has showed one German pastor and her family how reconciliation makes its way into hearts and lives through the shared care for those less fortunate.

As I missed you and the community of Kohl Ami week after week it was a Jewish story about the Lithuanian Rabbi Haim Romshishker that became important to me. It emphasises how important compassion for the poor is. A value we as Christians and Jews share. This compassion may be the decisive moment one feels like being in heaven or hell:

„Once, I went up into the sky and also entered hell. I looked around and saw: old and young men sitting rows upon rows in front of tables that were full of all the best things, each holding a long spoon in hand. And when one reached for his mouth, he wouldn’t be able to because of the spoon’s length. And so they all sat row against row with their souls dry and a great sorrow rested on their faces. I went over to one of them and said to him: „A fool in the world! Rather your eyes seeing all this goodness and craving, send the spoon that is attached to your hand and support your friend who sits opposite you. And he will, in turn, support you with the spoon attached to his hand.“

The man looked at me with meager eyes and replied:

„It would better for my eyes to see and crave all day long than for me to see him enjoy and be satiated.“ I was alarmed to hear this, so I opened my mouth to scream a loud scream and woke up.

(Alter Druyanov (1870-1938): Sefer habedichah vehachidud 1935, 2. Buch, Abschnitt betitelt mit „bein adam l’chavero“)

Dear Jewish friend, I was so blessed that we shared what we had in these dense pandemic months in New York and fed those, who were less fortunate than we were. We rejoiced in having fed some of the poor. It took me weeks to let go of what we had and make these moments precious memories. I will forever carry them in my heart.

A few weeks ago I took my courage together to seek a pantry in my new German home town. Even though Germany has a robust social system there are so many, there is plenty of hunger and need. So I am now honouring our friendship by giving out bakery on Saturday noon to those less fortunate.

Here are a few images from the pantry – I am sure you’ll recognise the tichel, I often wore at your pantry.

My dear Jewish friend 4: The Franconian newspaper connection

Saturday morning rush. I was standing in line for the cash register. With people only slowly moving forward, I glanced through the newspaper shelf right next to me. There were different German newspapers pilled up reaching from local papers like the „Fränkischer Tag“, „Süddeutsche Zeitung“ having an emphasis on the south of Bavaria, and even international ones. „The New York Times“ brought a smile to my face. This newspaper was of such importance to me as I lived and worked as a German pastor in New York. You, my dear Jewish friend, are a vivid newspaper reader yourself. And I remember us discussing politics, news and happenings with one another. But did you know, that The New York Times has Franconian roots? Without a courageous and visionary descendant of a Franconian Jew, who emigrated to the United States, both of us wouldn’t have had this great and fearless news source.

Adolph S. Ochs, American newspaper publisher and former owner of The New York Times, was a descendant of Franconians. His father Julius migrated from Fürth in 1844 at the age of 18 to the USA and settled in Cincinnati, Ohio. Adolph Simon Ochs was the oldest of six siblings. At the age of eleven he started to earn money as a newsboy, pursued a printer apprenticeship and bought The New York Times in 1896 at the age of 38 before the paper went bankrupt. The rest is history. Up to today The New York Times sets the highest standards for investigative, critical, and independent journalism. (1)

No wonder that you and I, my dear Jewish friend, were so perfectly informed through the rough year of 2020, where a pandemic, an up cry against Racism and Antisemitism, economic difficulties, and a nation divided over elections made the ground beneath us shake. But we held on to each other and our deep hope for a better world as we were involved in תיקון עולם (Tikkun Olam). A paper diary, in which I kept the most important articles of The New York Times reminds me of this faithful year of 2020.

And so it came about many years and generations later during a year of hardship, doubts, and uncertanty that The New York Times was a lifeline for Christian pastor from Franconia living and working in New York. And this I can surely and wholeheartedly say: Adolph Ochs memory is for a blessing.


(1) Source: Verein zur Förderung des Jüdischen Museums Franken – Fürth, Schnaittach und Schwabach e.V., Vereinsmitteilungen Nr. 58, Juni 2021, S. 9.